Positionsgröße und Risikomanagement

Positionsgröße und Risikomanagement - Dividenden Hebel Strategie
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Gerade für Neueinsteiger und auch für einige, die schon länger mit Aktien zu tun haben, stellen sich die Fragen:

  • Wie viel sollte ich pro Aktie von meinem Portfoliowert einsetzen?
  • Wo sollte ich meinen Stopp setzen, wenn diese ins Minus drehen? 

Damit meinen die Frager das Risikomanagement.

Diese Frage soll hier etwas allgemein und dann mit Fokus auf die Dividenden Hebel Strategie beantwortet werden. 

Grundsätzlich sollte man versuchen, das verfügbare Investmentkapital (also die Eier) auf mehrere Körbe zu verteilen. Wenn ein Korb fällt, zerbrechen nicht alle Eier. 

Bei der DHS ist ein etwas besseres Gleichnis so: Halte deine Tiere, die goldene Eier legen, in verschiedenen Gehegen. Denn die Aktien sollen ja auch passives Geld, also Dividenden, liefern.

Da wir hier über Aktien sprechen, ist die Vorüberlegung, wie viel ich von meinem verfügbaren Kapital in Aktien investiere, schon von dir getroffen worden. Wenn ich also von Investmentkapital spreche, dann meine ich immer den Anteil deines Vermögens, der in Aktien investiert wird.

Wenn man nun das Risiko streuen möchte, sollte man sich verschiedene Aktien zulegen. Dabei ist eine Idee, Aktien von Unternehmen zu wählen, die aus verschiedenen Branchen stammen. So reduziert man das Risiko, das auf der Branche selbst liegt. Sinken die Aussichten für eine Branche, wie zum Beispiel Autos, dann werden wohl alle Aktien in der Automobilbranche sinken.

Damit stellt sich die Frage, wie viele Aktien sollst du halten? 10, 100? Und leider ist hier die allgemeine Antwort: Das kommt darauf an. 

  • Wie wohl du dich fühlst bei wenigen Aktien
  • Wie wohl du dich fühlst, wenn du sehr viele Aktien hast. Kannst du diese noch im Auge behalten
  • Und wie viel Geld du zur Verfügung hast

Die Geldfrage ist eine entscheidende. Denn wenn du nur 10.000 Euro, US-Dollar oder Schweizer Franken hast, dann kannst du dir nicht 1000 Aktien in dein Portfolio legen. Ich nenne die Währungen mal Geldeinheiten, um es zu vereinfachen. 

Dann würde bei einer Gleichgewichtung, jedes Aktienpaket nur 10 Euro sein. Die Transaktionskosten sind hier sonst dein Groschengrab. Diese machen selbst bei sehr günstigen Broker, plötzlich 5-10 % deiner Kosten aus und eventuell dann zweimal, also beim Kauf und dann beim Verkauf. 

Es gibt mittlerweile auch die Möglichkeit einen Bruchteil einer Aktie zu kaufen, doch auch diese Anbieter müssen Geld verdienen. Seien wir also realistisch, ein Aktienpaket von unter 100 Geldeinheiten hat einen zu hohen Kostenanteil.

Wenn eine Transaktion 1 Geldeinheit kostet, dann sind dies schon 1 %. Ich nutze einen Broker, bei dem ich circa einen 1 USD pro Transaktion für US-Aktien, bis zu einem bestimmten Betrag, zahle. Darum würde ich auch eher eine Positionsgröße von 800 bis 1200 Geldeinheiten sehen. Dann sind die Transaktionskosten circa 0,1 %. 

Wenn wir bei der 10.000 bleiben, fühle ich mich auch sehr wohl bei 10 Aktien oder weniger. Mit steigendem Kapital durch Sparpläne und Dividendenausschüttungen, kann man dies ausbauen. Wenn man die DHS nutzt, wird auch nicht immer alles zum Verkaufen und Kaufen getriggert, sodass man die Positionsgröße auch anpassen kann. 

Man kann den Einstiegskurs, also den Preis, den man für die Aktie gezahlt hat, auch optimieren, sollte diese sinken, in dem man weitere Aktien dazu nimmt. Natürlich nur, wenn die Zeichen weiterhin auf Kaufen stehen. So hat man dann auch mal eine Position von 2.000 Geldeinheiten. Ist ja nicht so schlimm.

Also als Faustregel kann man sich selbst, je nach Vermögen, eine 5-15 % pro Position geben. Möchte man gerne möglichst voll investiert sein, dann passt man diese eben eine Zeitlang an, bis neue Einstiegskandidaten auftauchen und korrigiert dann die Positionen wieder.

Mit der DHS hat man durch den E-Kurs, einen Wert, der einem sagt, ab wann eine Aktie statistisch gesehen günstig zum Einstieg ist. Das ist also die obere Grenze, wenn man die Aktie weiter in den Einstiegsbereich fallen lässt bekommt man natürlich noch bessere Kurse. Zum Kauf gibt es eigene ausführliche Beiträge bei uns auf der Seite.

Nun stellt sich die Frage, wie man sein Risiko sichert. Also wann man vielleicht verkaufen sollte, wenn die Aktie heruntergeht. Mit der DHS ist es etwas anders, doch der vorsichtige kann auch mit der DHS den allgemeinen Regeln folgen. Schadet ja nicht, wenn man der Meinung ist, dass weiter unten im Kurs sich ein Boden bilden wird.

Hier die allgemeine Ansicht.

Wenn du immer nur 1 % von deinem Kapital riskieren möchtest, dann darfst du bei 10.000 Geldeinheiten nicht mehr als 100 Geldeinheiten verlieren. So kannst du 100 Mal falsch liegen, bis alles weg ist. Bei 2 % kannst du 50 Mal falsch liegen und so weiter.

Nehmen wir jetzt an, dass wir eine Positionsgröße von 10 % wählen. Dann liegt dein Ausstiegskurs 10 % unter dem Kaufpreis. Da 1 % von 10.000 100 sind und 100 von 1.000 10 % darstellen. 10 % von 10 % sind ja 1 % von 100 %. Hmm, ok hier verzettel ich mich und vielleicht verwirre ich dich. Nimm einfach grob die 10 % Regel, dann passt das. Denke du hast eh schon verstanden, was ich meine.

Wenn deine Position nun größer ist als 10 % vom anfänglichen Investmentkapital, dann hast du bei 1 % Risikoansatz, weniger Spielraum für das Auf und Ab der Aktienkurse. 10 % nach oben und unten, sind bei etablierten Aktien, eher weniger schnell erreicht, wenn sie sich im Einstiegsbereich befinden. So hast du Spielraum und riskiert dennoch nur 1 % vom Investmentkapital.

Was hast du jetzt für Chancen, wenn der Kurs direkt beim E-Kurs liegt und dies der Boden zu sein scheint, dann ist dein erstes Ziel bei der DHS der W-10, das zweite Ziel die W-15 bei unveränderten DHS-Werten.

Dein Chancen-Risiko Verhältnis liegt jetzt bei 1:1. 

Doch meist, sinkt die Aktie nach dem Durchbruch des E-Kurses weiter in den E-Bereich. Wenn die Aktie also weitere 10 % sinkt, dann ist dein Chancen-Risiko Verhältnis 2:1. Und so weiter.

Doch nicht ganz. Denn die Aktien werfen ja auch Dividenden ab. Ich gehe hier nun von dem Einsatz der DHS aus, da sollte man Aktien kaufen, die eine Dividende abwerfen, denn das wirkt dem Risiko ebenfalls entgegen.

Das heißt nicht, dass dein Stoppkurs zum Aussteigen jetzt weiter gesenkt werden soll. Nein, es soll dir nur ein besseres Chancenverhältnis darstellen. 

Wenn die Aktie 5 % Dividendenrendite liefert, dann hast du beim E-Kurs nicht 1:1, sondern 1,5:1. Sieht doch schon mal besser aus.

Fazit

Fassen wir nochmal kurz zusammen. Du kannst zum Beispiel bei 10.000 eine Positionsgröße von 800 bis 1200 wählen. Bei 100.000 vielleicht erstmal 8.000 – 12.000 nehmen. Mit mehr Einstiegskandidaten, kannst du auch die Werte reduzieren, wenn du dich damit wohler fühlst.

Beim Risiko solltest du 1-2 % anvisieren. 1 % Risiko bei 10 % Positionsgröße gibt dir einen guten Spielraum, nicht sofort verkaufen zu müssen. Dieses Werkzeug für das Risikomanagement kannst du bei den meisten Brokern auch sofort mit eingeben. Dann vergisst du es nicht, und musst dir auch keine Gedanken machen. Es passiert dann einfach.

Hoffe sehr, dieser Beitrag konnte dir etwas weiterhelfen.

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Saso Nikolov

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